Anmerkung des Verfassers

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einiger Zeit habe ich den Gedanken gefasst, diese für mich persönlich tragischste Zeit meines Lebens in Broschürenform schriftlich festzuhalten. Dieser Gedanke entstand aus dem Willen heraus, das damals Erlebte für meine Kinder, Enkel und deren Nachkommen zu Papier zu bringen.

Zu diesem Zweck hätten einige Exemplare ausgereicht. Bei einer solch geringen Auflage hätte ich jedoch keine Druckerei gefunden, die dies zu einem akzeptablen Preis hätte verwirklichen können. Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, die Auflage aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Auf diese Weise habe ich gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, dieses Kriegstagebuch auch an interessierte Verwandte, Freunde und Kriegskameraden weitergeben zu können.

Ich weiß, dass bei solchen Vorhaben gerne der Eindruck entsteht, man wolle sich nur selbst hervorheben und persönlich angeben. Aus diesem Grunde werde ich mich bei der Verbreitung meiner Bücher bewusst zurückhalten und diese nur an einen auserwählten Kreis weitergeben, bei denen ein solcher Eindruck nicht zu befürchten ist.

Als eifriger Leser vieler Kriegsdokumentationen weiß ich, dass es Millionen deutscher Soldaten gab, die weitaus mehr Entbehrungen und persönliche Opfer erbringen mussten. Insbesondere denke ich hier an die über 4,8 Millionen gefallenen Kameraden, die ihr höchstes Gut - das eigene Leben - für dieses sinnlose Ziel opfern mussten. Sie waren leider der Meinung, dass sie dieses Opfer für das Vaterland, für ihre Heimat und insbesondere für ihre Angehörigen erbringen mussten. Nur wenige davon waren tatsächlich bereit, für ihren angeblichen "Führer" zu sterben.

Ich möchte aber andererseits nicht unerwähnt lassen, dass es auch viele tausende Landser gab, die in diesem unsinnigen Krieg ein weitaus besseres Los gezogen hatten als ich.

Es war nicht meine Absicht, einen Roman zu verfassen, sondern nur eine Zusammenfassung meiner Kriegserlebnisse niederzuschreiben. Natürlich hätte der Stoff ausgereicht, um diesen Bericht auf den doppelten oder gar dreifachen Umfang anwachsen zu lassen. Dann hätte jedoch eine einfache Heftung nicht mehr gereicht und die Bücher hätten gebunden werden müssen.

In der Hoffnung, dass meine Beweggründe für die Herausgabe dieses Heftes somit von Ihnen richtig verstanden werden, freue ich mich über Ihr Interesse an diesem persönlichen Kriegsbericht. Ich würde  es begrüßen, wenn dieses Werk in geringem Umfange auch dazu beitragen könnte, dass ein solcher Krieg unseren Kindern und Kindeskindern erspart bleibt.

Schoden, im Jahre 2000

Der Verfasser

Unterschrift

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Zusatz: Mein Vater hat diesen Bericht, wie vorstehend erwähnt, als Broschüre für seine Nachkommen und Bekannte verfasst. Eine Veröffentlichung im Internet war von ihm nie geplant, zumal seine Generation zu diesem Medium nur einen geringen Bezug hat. Nachdem aber der gesamte Text zum Druck der Broschüre digital erfasst werden musste, habe ich dieses Kriegstagebuch auch ins Internet eingestellt. Die vielen positiven Rückmeldungen haben mir bestätigt, dass durch die weltweite Zugriffsmöglichkeit viele Menschen erreicht werden konnten, die an diesen Zeilen sehr interessiert sind. Leider können die Rückmeldungen künftig nicht mehr an ihn weitergeleitet werden, er ist am 12. Mai 2015 im Alter von 90 Jahren verstorben.

Rudolf Klein jun.

 

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